Australische Regulierungsbehörden prüfen derzeit einen Antrag auf die Genehmigung des Anbaus und Verkaufs einer gentechnisch veränderten violetten Tomate. Dies könnte die begrenzte Liste der zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen des Landes erweitern. Bei Erfolg könnte die Tomate bereits nächstes Jahr kommerziell erhältlich sein. Die Produktion soll zunächst in Gewächshäusern im Südosten von Queensland beginnen. Die violette Tomate wurde von britischen Wissenschaftlern entwickelt und von der US-Firma Norfolk Healthy Produce vermarktet. Sie wurde so verändert, dass sie Gene der Löwenmäulchenblüte enthält.

Diese Gene ermöglichen der Tomate die Produktion von Anthocyanen, natürlichen Antioxidantien, die auch in Blaubeeren, Brombeeren und Auberginenschalen vorkommen. Die daraus resultierende Pigmentierung verleiht der Tomate ihren charakteristischen violetten Farbton. Dr. Nathan Pumplin, Geschäftsführer von Norfolk Healthy Produce, erklärte, die Tomate biete verbesserte Nährstoffe, ohne ihre eigentliche Natur zu verändern. „Es ist einfach eine Tomate“, sagte er. „Das Besondere ist, dass sie die gleichen Antioxidantien enthält wie andere violette Früchte.“
Die Forschung zu diesem Produkt begann am John Innes Centre in Großbritannien unter der Leitung von Professorin Cathie Martin. Als Mitbegründerin von Norfolk Plant Sciences ist Professorin Martin eine anerkannte Expertin für den Nährstoffgehalt von Obst und Gemüse. Ihre Forschung gipfelte nach 18 Jahren in der Entwicklung der violetten Tomate, die ihr den renommierten Rank Prize for Nutrition einbrachte. Die Tomate ist in den USA bereits zugelassen und wird dort seit zwei Jahren verkauft.
Allein im Jahr 2024 wurden landesweit über 100.000 Körbchen und 13.000 Samenpäckchen verkauft. Nach diesem Erfolg zielt das Unternehmen nun auf internationale Märkte, darunter Australien und Kanada . In Australien hat sich All Aussie Farmers, ein viktorianisches Unternehmen für Obst- und Gemüsevermarktung, mit Norfolk zusammengeschlossen, um die Früchte im Inland zu vertreiben. Geschäftsführer Travis Murphy sagte, das Produkt habe sowohl bei Einzelhändlern als auch bei Köchen großes Interesse geweckt. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung wird die Markteinführung zunächst in Melbourne erfolgen.
Australien überwacht gentechnisch veränderte Pflanzen streng. Derzeit sind nur fünf Sorten zugelassen: Raps, Baumwolle, Saflor, Bananen und Blumen. Das Office of the Gene Technology Regulator (OGTR) bewertet die Sicherheit der violetten Tomate hinsichtlich ihrer gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen. Im September beginnt im Rahmen des Überprüfungsprozesses eine öffentliche Konsultationsphase. Darüber hinaus führt Food Standards Australia New Zealand eine Sicherheitsbewertung durch, bevor das Produkt zum Verzehr freigegeben wird. Experten wie Professor James Dale von der Queensland University of Technology weisen darauf hin, dass das Zulassungsverfahren streng ist und oft umfangreiche Dokumentation und Versuchsdaten erfordert, um Sicherheit und Konformität zu gewährleisten. – Von MENA Newswire News Desk.
